Von Richard Löwenstein ● 27.04.2020 17:17:18

Die richtige Stretchfolie finden


Ihr Packgut soll auf dem Versandweg gut aufgehoben sein, soll das Ziel in Top-Zustand erreichen. Stretchfolie leistet dazu einen entscheidenden Beitrag. Sofern die perfekte Folie am Werk ist. Die wirtschaftlichste und auch für Ihre Mitarbeiter und die Umwelt optimale Lösung finden: Das setzt Know-How voraus

Warum Paletten umstretchen? Weil Stretchfolie Ihre Paletten abschirmt, während der Regen drumherum zu Boden prasselt. Weil sie Ihr Packgut zusammen hält, wenn bei Verladung und Transport alles drunter und drüber geht. Weil sie Langfinger davon abhält, sich ohne Einladung an Ihrem Hab und Gut zu bedienen.

Stretchfolie hält Ihr Packgut beim Verladen und während des Transport in Kurven oder bei Bremsmanövern auf der Palette Schützt vor Wind, Wetter, Beschädigung, UV-Einstrahlung und anderen äußeren Faktoren Sorgt dafür, dass Ihre Ware den Versandweg unversehrt hinter sich bringt und Ihren Kunden in einwandfreiem Zustand erreicht.

Stretchfolien sind Hightechprodukte. Sie sind die durch technische Weiterentwicklung in hunderten Ausführungen für ein breites Spektrum an Anwendungen verfügbar. Stretchfolien haben sich millionenfach in der Praxis bewährt. Selbst wenn Sie einfache Stretchfolie mit einem Handabroller um Ihr Packgut herum legen, können Sie damit guten Schutz vor äußeren Einflüssen erreichen. Voraussetzung ist dass die geeignete Folie zum Einsatz kommt, und dass Ihr Packgut fachgerecht umwickelt wird.

Achten Sie beim Einsatz von Hand- und Maschinen-Stretchfolie auf die Wickeltechnik. Die sogenannte Fußwicklung an der Basis der Palette ist entscheidend für eine optimale Verbindung von Palette und Packgut. Sehen Sie hier zwei bis fünf Wicklungen vor, je nach Gewicht der Ware. Achten Sie darauf, dass die Folie gut gespannt wird und sich die einzelnen Bahnen rund zehn Zentimeter überlagern. Das sorgt für optimale Stabilität. In aller Regel sollten Sie die glatte Seite nach außen wickeln. Damit verhindern Sie, dass sich die Folien benachbarter Paletten miteinander verhaken und aufreißen, beispielsweise beim Verschieben der Paletten, beim Verladen oder beim Transport. 

Die beste Wickeltechnik ist nur so gut wie die Folie, die zum Einsatz kommt. Allzu preiswerte Produkte lassen Feuchtigkeit zum Packgut durchdringen. Das führt zu Schimmelbildung und anderen Schäden. Moderne mehrlagige, sogenannte Coex-Folien beugen dem vor, indem sie durch Einlage einer Polyamid-Schicht Feuchtigkeit draußen halten. Coex-Folien anderer Klassen sind anderweitig optimiert, zum Beispiel auf Durchstoßfestigkeit. Das ist für Sie von Bedeutung, wenn Sie Holz, Baumaterial oder anderes Packgut mit scharfen Ecken und Kanten gut und sicher verpackt wissen möchten.

Leider gibt es keinen allroundfähigen Wunderwickel, keine Allzweck-Waffe für alle Fälle. Sie brauchen eine Folie, die wie maßgeschneidert zu Ihrem konkreten Fall passt. Welche Folie das für Sie ist: Um das herauszufinden, gehen Sie in Gedanken Ihre Situation durch und machen Sie Notizen – welches Packgut wollen Sie umstretchen, in welchen Mengen, stehen Maschinen zur Verfügung?

Hier einige Beispiele für weitere Faktoren, die eine Kaufentscheidung beeinflussen:

  • Sie besitzen einen einfachen Palettenwickler? Dann brauchen Sie keine teure Powerstretchfolie mit großer Dehnung. Ihre Maschine kann das nicht nutzen
  • Wenn Sie Kartonpaletten umstretchen: Vorgedehnte Folie von 8 µ Stärke verfügt über vergleichsweise gering ausgeprägte Rückstellkraft. Die Kartonage bleibt unbeschädigt. Ihre Sendung erreicht den Kunden in 1A-Zustand
  • Sie wollen wertvolles Packgut vor neugierigen Blicken schützen? Schwarze Stretchfolie in lichtundurchlässiger (opaker) Qualität dient als Sichtschutz und beugt Diebstahl vor. Außerdem schirmt sie den UV-Anteil aus der Sonneneinstrahlung ab
  • Für Sie ist minimaler Einsatz von Verbrauchsmaterial entscheidend; dem Geldbeutel und der Umwelt zuliebe? Stretchmaschinen sind preiswerter als Sie vielleicht denken, und dehnen 1 m Folie von der Rolle auf bis zu 4 m nutzbare Länge  

Vorsicht, Rückstellkraft!

Eine der wichtigsten Funktionen von Stretchfolie ist die Stabilisierung des Packguts auf der Palette. Diese Funktion geht auf die sogenannte Rückstellkraft zurück, die in der Folie integriert ist. Rückstellkraft hält Ihr Packgut zusammen und zentriert es mittig auf der Palette. Einfache Faustregel: Je dicker bzw. stärker eine Stretchfolie, desto stärker die Rückstellkraft.

Allerdings wirkt Rückstellkraft unter Umständen schädlich. Sie kann zum Beispiel Kartonagen auf Ihrer Palette eindrücken, wenn sie falsch dosiert ist. Das kann passieren, wenn Sie moderne Powerstretchfolien mit maschineller Hilfe von einem Meter auf zwei oder drei Meter dehnen. Der Vorgang, der Ihnen eigentlich Verbrauchsmaterial und Geld sparen soll, wendet sich vom Vorteil zum Nachteil.

 

Zumindest bei anspruchsvolleren Warenversand-Vorhaben sollten Sie daher den Kontakt zu Unternehmen suchen, die auf Verpackungstechnik und das Thema „stretchen“ spezialisiert sind. Gerade beim Einkauf von Stretchfolie lohnt es ein regional ansässiges Haus mit eigenem Außendienst zu bevorzugen. Der Berater / die Beraterin führt eine Vor-Ort-Abstimmung von Mensch, Maschine, Packgut und Verpackungsmaterial bei Ihnen im Haus durch und erklärt entscheidende Details: zum Beispiel wie Sie durch Vorreckung jede Menge Zeit und Geld sparen und nebenbei die Umwelt schonen. 


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Lesetipp:
Schweres Packgut richtig sichern
So leistungsfähig moderne, mehrlagige Stretchfolie sein mag: Sie hält plötzlicher Schockeinwirkung – Vollbremsung beim Transport, Kippen von der Gabel des Staplers – bei sehr schwerem Packgut unter Umständen nicht stand. Sie reißt. Außerdem kann Stretchfolie selbst in starker Ausführung (hohe µ-Zahl) durch scharfkantiges Packgut beschädigt werden und einreißen. Dann funktionieren die Rückstellkräfte nicht mehr zuverlässig. Schweres und scharfkantiges Packgut sollten Sie daher immer zusätzlich mit Umreifungsband auf der Palette verankern. Das perfekte Umreifungsband finden Sie mithilfe unseres KEMAcampus-Ratgeber „Bindung für´s Leben – Mit 10 Tipps zum perfekten Umreifungsband“

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